ABLAUF BEIM TEAM ROPING

Beim Wettkamp werden die Stiere aus einem Gehege (corral) durch eine Reihe enger Laufwege zur Roping Arena geführt. Die engen Laufwege verhindern ein Umkehren der Stiere und lassen sie hintereinander in einer Reihe laufen. Am Ende des Laufweges gelangen die Stiere jeweils einzeln in die so genannte Roping Chute. Die Roping Chute ist vergleichbar mit einem Fangstand, den Landwirte und Tierärzte zur leichteren und sicheren ärztlichen Versorgung ihrer Rinder einsetzen. Anders als gewöhnliche Fangstände verfügt die Roping Chute jedoch über einen Federmechanismus an den sich zur Arena öffnenden Türen, so dass sich diese schlagartig mechanisch öffnen lassen. Ein Tier nach dem anderen wird auf diese Weise in die Roping Arena entlassen.

Auf beiden Seiten der Roping Chute stehen die Roper auf ihren Pferden in den so genannten "Boxes" bereit. Der "Header", dessen Aufgabe es ist, den Kopf des Stieres zu ropen und den Stier danach in möglichst gleichmäßiger Geschwindigkeit nach links zu ziehen,  wartet zur Linken des Stiers. Auf der anderen Seite wartet der "Heeler", der die HInterläufe des Stiers ropt, sobald der "Header" diesen in einem Bogen (curve) nach links zieht.

Entlang der vorderen Begrenzung der Box des Headers ist ein Band, das so genannte "Barrier Rope", gespannt, welche mit einem Ende lose am Nacken des Stieres befestigt ist. Um dem Stier einen Vorsprung zu geben, darf der Header diese Linie erst überqueren, wenn sich das Barrier Rope vom Stier gelöst hat. Bei manchen Rodeos wird statt des Barrier Ropes eine Lichtschranke verwendet.

 

Sobald der Header seine Vorbereitungen abgeschlossen hat, gibt er einem Helfer an der Roping Chute ein Zeichen (typischer Weise durch Nicken), die Chute zu öffnen. Der befreite Stier bricht aus der Chute aus und beginnt die Arena zum gegenüberliegenden Ende zu durchlaufen. Dabei spannt der Stier das oben erwähnte Barrier Rope, welches sich darauf hin vom Stier löst. Erst jetzt darf der Header das vordere Ende seiner Box überreiten und den Stier verfolgen. Der Header muss den Stier auf eine von drei regelgerechten Arten mit dem Rope fangen: ein sauberer Wurf um beide Hörner (horn catch), ein Wurf um den Hals (neck catch) oder ein Wurf um ein Horn und den Kopf (half-head catch). Der Header wickelt darauf hin sein Rope ein paar Mal um das Sattelhorn (dally), wendet sein Pferde nach links und zieht den noch laufenden Stier im gleichmäßigen Sprüngen hinter sich her. Gerade der "dally" ist für den Roper nicht ungefährlich; mancher hat dabei einige Finger verloren.

 

Der Heeler wartet ab, bis der Stier vom Header nach links abgewendet wurde. Sobald er einen sauberen Wurf platzieren kann, wirft er sein Rope um die Hinterläufe der noch immer laufenden Stieres und fängt ihn auf diese Weise. Sobald auch der Heeler sein Rope um das Sattelhorn gewickelt (dally) und straff gezogen hat, wendet der Header sein Pferd erneut, diesmal in Richtung des Heelers. Im Augenblick, in dem der Stier gestellt ist (beide Ropes sind gestrafft und die Reiter stehen sich vis-á-vis gegenüber, wird die Zeit gestoppt.  Die Ropes werden gelockert, der Stier ist wieder befreit und trabt davon. Für den Fall, das der Heeler nur einen Hinterlauf, gibt es eine 5 sekündige Zeitstrafe. Für das vorzeitige Verlassen der Box (breaking the barrier) seitens des Headers, gibt es eine 10 sekündige Zeitstrafe.

In Abhängigkeit von der Länge der Arena stellt ein erfolgreiches professionelles Team den Stier innerhalb von 4-12 Sekunden. Weniger leistungsstarke Teams brauchen entsprechend länger, erst recht, wenn der Heeler im ersten Wurf verpasst und ein zweites Mal ansetzen muss. Teams in höheren Leistungsklassen bekommen einen solchen zweiten Wurf nicht; wenn sie verpassen, gehen sie leer aus (no score).

Team Roping ist ein großartig anzuschauendes Event. Es macht einfach Spaß, das Zusammenspiel der Reiter und ihrer Pferde sowie den Wettbewerb mit dem Stier zu beobachten. Und Team Roping ist eine tolle Disziplin zum selber ausprobieren.